Basische Lebensmittel

Unsere westliche, industrialisierte und so genannte "moderne" Ernährung liefert viel zu viele Säuren (genauer gesagt: Säureäquivalente) als unser Körper braucht bzw. wieder ausscheiden kann.

Säuren und Basen sind für uns ebenso lebenswichtig wie Bakterien. Auch hier gilt der bekannte Satz:

"Zur rechten Zeit am rechten Ort".

Säuren und Basen sind messbar. Der pH-Wert bestimmt den Säuregrad. Die Skala erstreckt sich von

pH 1      ==> pH 7      ==> pH 14
stark sauer neutral stark basisch

Der ph-Wert von Körperflüssigkeiten

Blut 7,35 — 7,45
Speichel 7,5
Bauchspeichel 8,8
Harn 6,5    — 7,0
Fruchtwasser 8,0    — 8,5
Samenflüssigkeit 7,5    — 8,0

Eine gesunde Haut hat einen pH-Wert von 7,3 — 7,5

Der Magen mit einem pH-Wert von 1,5 (stark sauer) und das Vaginalsekret mit einem pH-Wert von 3,5 benötigen ein großes basisches Reservoir um ihren natürlichen Säurewert aufrecht erhalten zu können.

Übersäuerung stört die Säure-Basen-Regulation des Magens und der Vagina. Die Folgen sind: Gastritis, Magengeschwüre sowie Entzündungen und Pilzbefall der Vaginalschleimhaut.

Im normalen Scheidensekret finden sich neben Schleimhautzellen auch ungeheure Mengen an Bakterien (ca. 100 Millionen Keime pro Milliliter). Bei diesen ansässigen Bakterien handelt es sich in erster Linie um Milchsäurebakterien (Lactobacillen). Diese gedeihen in der nahezu eisenfreien Umgebung der Scheide besser als die meisten anderen Keime. Sie setzen den aus den Zellen der Vagina stammenden Zucker in Milchsäure (Laktat) um und bewirken dadurch eine Absenkung des pH-Wertes in der Scheide.

Im Normalfall sollte der pH-Wert der Scheide durch das abgegebene Laktat der Milchsäurebakterien unter 4,5 liegen, und damit deutlich unter dem pH-Wert unserer Haut. Dieses saure Milieu der Scheide ist für die Vermehrung der meisten anderen Keime ein denkbar ungünstiges Umfeld. Ein niedriger Scheiden-pH stellt somit einen wirksamen Schutz gegen die Besiedelung der Scheide durch Krankheitserreger wie Bakterien, Pilze oder Protozoen (einzellige Keime) dar.

Die meisten Milchsäurestämme bilden neben Laktat noch weitere Stoffe, die das Wachstum von konkurrierenden Keimen hemmen, so etwa Wasserstoffperoxid oder antibiotisch wirksame Eiweiß-moleküle. In den meisten Fällen finden sich im Scheidensekret von gesunden Frauen fünf bis acht verschiedene Stämme von Milchsäurebakterien. Die Zusammensetzung der in der Scheide ansässigen Stämme kann allerdings von Frau zu Frau stark variieren. Darin ist vermutlich ein Grund für die unter-schiedliche Anfälligkeit für vaginale Infektionen zu suchen. (1)

Wer sich dauerhaft zu sauer ernährt, muss mit zahlreichen chronischen Krankheiten rechnen.

Folgende Erkrankungen werden durch zu viel Säure gefördert:

  • Rheuma und Gicht
  • Arthrose
  • Gallen- und Nierensteine
  • Osteoporose
  • Arteriosklerose
  • Migräne
  • Interstitielle Cystitis
  • Reizdarm-Syndrom
  • Allergien

Auch Folgeschäden, z. B. Wundheilungsstörungen werden durch eine Übersäuerung verschlimmert.

Im Idealfall sorgt unser Körper selbst für einen ausgeglichenen Basen-Säuren- Haushalt.

Unser Körper braucht täglich Säuren, z. B. für die Verdauung, sonst wird er innerhalb kurzer Zeit krank. Es geht nicht darum, jegliche Säurezufuhr zu vermeiden. Ziel sollte es sein, die Zufuhr säurelastiger Nahrungsmittel auf ein gesundes Maß zu reduzieren und mehr basenreiche Lebensmittel zu sich nehmen.

Basen sind die "Gegenspieler" der Säuren. Säuren und Basen müssen im Körper in einem gewissen Verhältnis vorliegen. Basen puffern ein Zuviel an Säuren ab.

Das natürliche Säure-Basen-Gleichgewicht besteht aus ca. 20 % Säuren und 80 % Basen.

Ein saurer pH-Wert des Urins ist vor allem ein Beweis dafür, dass die Nieren tatsächlich überschüssige Säuren ausscheiden. Er schwankt im Laufe des Tages ständig. Bei einem Defekt der Schleimhaut-schutzschicht in der Harnblase, wie es z. B. bei der Interstitiellen Cystitis der Fall ist, kann es also stark "spürbar" sein, wenn der Urin sehr sauer ist. Der pH-Wert des Urins ist jedoch kein sicherer Anhaltspunkt dafür, dass im Körper eine Übersäuerung vorliegt, dafür müsste der pH-Wert des Blutes ermittelt werden.

Um es unserem Körper zu erleichtern den pH-Wert auf seinen idealen Wert einzupendeln, müssen wir das korrekte Gleichgewicht einer basischen und säurebildenden Ernährung finden. Eine solche Ernährung sollte aus mindestens 75% basischen Lebensmitteln bestehen, wie z.B. Gemüse und nie mehr als 20 bis 25% säurebildender Lebensmittel. Es darf dabei bitte nie vergessen werden, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen!

Säurebildende Lebensmittel sind alle Arten von Fleischsorten, Geflügelprodukten, Fischen und Meeresfrüchten. Der Süßwasserfisch weist den geringsten Säureanhalt auf.

Eine säurebildende Wirkung haben ebenfalls Eier, Milchprodukte, Hefeprodukte, helles Brot, Nudeln, die meisten Nusssorten, Süßigkeiten und alkoholische Getränke, Limonaden, Kaffee und schwarzer Tee. Wer auf Kaffee nicht verzichten möchte, sollte auf Espresso umsteigen und anstelle von Milch besser Reis-Drink oder Soja-Drink verwenden.

Basische Lebensmittel sind vorwiegend Kartoffeln, Gemüse und Gräser, vor allem rohe Gemüse wie frische Gurken und Sprossen, dunkle Blattsalate, Obst, Soja und Trockenfrüchte. Ebenfalls basische Wirkung haben Früchte wie Limetten und Avocados, als auch Tofu, frische Sojabohnen, Mandeln, Olivenöl (7) und allerlei Samen und Körner.

 

Tabelle Basischer Lebensmittel:

Jedem Nahrungsmittel kann eine Zahl zugeordnet werden, welche das ungefähre relative Potential an Alkalität / Basizität (+) widerspiegelt. Je höher die Zahl, desto basischer ist das Nahrungsmittel.

Gemüse     Nüsse  
  Rosenkohl +0.5   Paranuss  +0.5
  Erbsen, reif +0.5   Mandeln  +3.6
  Spargel +1.3 Früchte  
  Schwarzwurz +1.5   Limette  +8.2
  Weißkraut +2.0   Frische Zitrone  +9.9
  Kopfsalat +2.2   Tomate  +13.6
  Zwiebel +3.0   Avocado (Protein)  +15.6
  Blumenkohl +3.1 Getreide und Hülsenfrüchte  
  Weißkohl +3.3   Buchweizen-Schrot  +0.5
  Wirsingkohl +4.5   Dinkel  +0.5
  Feldsalat +4.8   Hirse  +0.5
  Erbsen, frisch +5.1   Linsen  +0.6
  Zucchini +5.7   Sojamehl  +2.5
  Rotkohl +6.3   Tofu  +3.2
  Rhabarber Stängel +6.3   Sojabohnen, frisch  +12.0
  Lauch (Zwiebeln) +7.2   Weiße Bohnen  +12.1
  Wasserkresse +7.7   Granuliertes Soja  +12.8
  Spinat +8.0   Sojanüsse  +26.5
  Schnittlauch +8.3   Soja-Lecithin (pur)  +38.0
  grüne Bohnen +11.2 Samen und Kerne  
  Sauerampfer +11.5   Sesamkerne  +0.5
  Knoblauch +13.2   Kreuzkümmelsamen  +1.1
  Sellerie +13.3   Fenchelsamen  +1.3
  Endivie, frisch +14.5   Leinsamen  +1.3
  Cayenne Pfeffer +18.8   Kümmelkörner  +2.3
  Löwenzahn +22.7   Sonnenblumenkerne  +5.4
  Sojasprossen +29.5   Kürbiskerne  +5.6
  Gurke, frisch +31.5   Weizenkern  +11.4
  Wurzelgemüse   Kaltgepresste Öle  
  Kartoffeln +2.0   Olivenöl  +1,0
  Weißer Rettich +3.1   Leinsamenöl  +3,5
  Steckrübe +3.1      
  Kohlrabi +5.1      
  Meerrettich +6.8      
  Weißrübe +8.0      
  Karrote +9.5      
  Rübe +11.3      
  Roter Rettich +16.7      


Basenpulver oder Basenpräparate können die Entsäuerung unterstützen. Sie bestehen aus verschiedenen Mineralstoffen, meist Kalium, Calcium und Magnesium. Theoretisch könnten Sie auch nur Natriumbikarbonat (auch bekannt als Natron) nehmen. Alle diese Mittel bilden im Körper starke Basen und können sehr gut Säuren abpuffern. Natron war früher auch das Hausmittel bei Sodbrennen. Das Problem ist nur: So viele Säuren bekommen die zugeführten Basen gar nicht so schnell zu fassen. Ein Glas aufgelöstes Basenpulver passiert den Darm so schnell, dass nur ein Teil der Mineralstoffe vom Darm aufgenommen werden kann. Der Rest wird ungenutzt ausgeschieden. Und auch die ins Blut aufgenommenen Basenbestandteile werden umgehend wieder über die Nieren entfernt, da das Blut starke Säure-Basen-Schwankungen nicht verträgt.

Ganz hervorragend hilft eine selbst gekochte Basenbrühe oder Basensuppe. Sehr wirksam zum Entsäuern sind auch frisch zubereitete Gemüsesäfte aus Sellerie und Möhren, je zu gleichen Teilen, denen Sie etwas Sojasauce beifügen können. Auch fertige naturreine Gemüsesäfte und Frisch-Pflanzensäfte sind eine gute Alternative. Eine weitere sehr wirksame Möglichkeit zum Entsäuern bietet Sauerkraut: Essen Sie täglich morgens 1 EL frisches klein geschnittenes Sauerkraut auf nüchternen Magen.

Trinken Sie außerdem täglich reichlich reines Wasser, um die überschüssigen Säuren auszuscheiden. Setzen Sie jedem Glas einige Spritzer frischen Zitronensaft oder Apfel- oder Obstessig zu. Denn auch diese wirken basisch. Sehr geeignete zum Entsäuern sind Heilwasser. Nehmen Sie alle basenreichen Flüssig-keiten in kleinen Schlucken über den Tag verteilt zu sich, damit Ihr Darm möglichst viel von den wertvollen Mineralstoffen aufnehmen kann.

 


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Der Verein "ICA-Deutschland e. V." - gemeinnützige Gesellschaft und Förderverein Interstitielle Cystitis - wurde am 19.08.1993 gegründet. In Europa ist er der erste vergleichbare Verein und weltweit der zweite nach den USA.

Seit über 20 Jahren kämpft der Förderverein für Interstitielle Cystitis(ICA) für mehr Aufklärung und Information von Ärzten und Öffentlichkeit, initiierte zahlreiche Forschungsprojekte und konnte dazu beitragen, dass sich Diagnose- und Therapiemöglichkeiten deutlich verbesserten.

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