ICA Forschungsberichte

Hier haben wir Ihnen eine Übersicht von Arbeiten und Veröffentlichungen zusammengestellt. Die einzelnen Berichte sind den Kategorien Forschung & Entwicklung sowie Therapie & Diagnose zugeordnet und entsprechend gekennzeichnet.

Die Berichte sind so gruppiert, dass immer 5 Beiträge auf einer Seite angezeigt werden. Im unteren Teil der Seite können Sie die Titel der nächsten 5 Beiträge sehen und zu diesen weiterblättern.


 

Eine Studie an Model Organismen zeigt, dass eine Inhibition des ICAM-1 eine Reduktion der Entzündung induzieren kann

Eine Blasenentzündung ist eins der typischen Symptome der IC. In dieser Studie untersuchten Wissenschaftler das Intrazellulare Adhäsion Molekül 1 (ICAM-1), ein Protein welches entzündungsfördernde Eigenschaften besitzen soll. Vorherige Studien zeigten, dass ICAM-1 eine erhöhte Intensität bei IC Patienten zeigt und dies mit dem Grad einer Blasenentzündung korreliert. Um die Rolle des ICAM-1 genauer zu untersuchen nutzten die Forscher Ratten als Modell Organismus und induzierten bei den Versuchstieren eine abakterielle Zystitis, welcher einer IC ähnelt. Die Ratten wurden im folgendem mit einem ICAM-1 Antikörper, Celecoxib oder Aprepitant behandelt. Dabei stellte sich heraus, dass ICAM-1 Antikörper zu einer signifikanten Reduktion der Entzündung führt und die Zahl der Mastzellen ebenfalls reduziert ist. Zudem war der Effekt von ICAM-1Antikörpern in Bezug auf die Entzündung besser als der der beiden anderen Medikamente. Basierend auf diesen Ergebnissen schlossen die Forscher, dass ICAM-1 eine große Rolle bei Blasenentzündungen spielt und in Zukunft Medikamente die ICAM-1 inhibieren eine Rolle bei der Behandlung von IC spielen können.

Quelle: Zhang X, He H, Lu G, Xu T, Qin L, Wang X, Jin X, Liu B, Zhao Z, Shen Z, Shao Y. Specific inhibition of ICAM-1 effectively reduces bladder inflammation in a rat model of severe non-bacterial cystitis. Sci Rep. 2016 Oct 26;6:35672. doi: 10.1038/srep35672.

Medikamente die mTOR blockieren könnten Schmerzen  und Blasenhyperaktivität bei einer IC reduzieren

Mammalian target of rapamycin (mTOR) ist ein Enzym, welches möglicherweise bei der Transmission und Modulation von Schmerzen mitwirkt. Da Schmerzen ein Kennzeichen der IC sind, wollten Forscher herausfinden, inwiefern mTOR eine Beziehung zu dieser Erkrankung hat. Um dies herauszufinden wurde Ratten mit einer Antibakteriellen Blasenentzündung Rapamycin verabreicht. Durch die Blockierung von mTOR konnten dabei einer Reduktion des Schmerzes als auch der Blasen Hyperaktivität im Model Organismus induziert werden. Sie verabreichten zudem ein Medikament, welches PI3K  inhibiert, welches ebenfalls am mTOR signalweg beteiligt ist, und auch durch die Blockade dieses Enzyms konnte eine r Reduktion des Schmerzes und der Blasenhyperaktivität beobachtet werden. Hier konnte zum ersten Mal gezeigt werden, dass eine gezielte Inhibition dieser Enzyme im Tiermodell zu Erfolgen führt, was in Zukunft eine Entwicklung von Medikamenten nach sich ziehen könnte die auch bei IC angewendet werden könnten.

Quelle: Liang S, Li J, Gou X, Chen D. Blocking mammalian target of rapamycin alleviates bladder hyperactivity and pain in rats with cystitis. Mol Pain. 2016 Oct 25;12. pii: 1744806916668868. Print 2016.

Eine Behandlung mit Chondroitin Sulfat bei IC ist praktikabel und zeigt weniger Nebenwirkungen, als eine Behandlung mit DMSO

In einer randomisierten Studie wurden IC Patienten mit Chondroitin Sulfat oder DMSO behandelt. Beide Behandlungen wurden intravesikal durchgeführt bei einer wöchentlichen Behandlung für eine Dauer von sechs Wochen. Vierzehn der Patienten die eine Behandlung mit DMSO begonnen hatten, führten sechs Personen die Behandlung bis zum Ende durch. Gründe für den Abbruch waren ein erhöhtes Schmerzempfinden während oder nach der Behandlung, eine geringfügige Wirksamkeit und/oder der knoblauchartige, nicht zu tolerierende Geruch des DMSOs. Diese hohe Abbruchrate der Therapie veranlasste die Forscher zu empfehlen DMSO mit Vorsicht anzuwenden und nur mit einer aktiven Überwachung der Probanden in Bezug auf Nebenwirkungen. Im Kontrast dazu beschrieben die 22 Patienten, welche mit Chondroitin Sulfat behandelt wurden, eine moderate oder deutliche Besserung der IC sehr viel häufiger (74% Chondroitin Sulfat, 14% DMSO). Insbesondere zeigten die mit Chondroitin Sulfat behandelten Personen häufiger eine Schmerz Reduktion, eine Reduzierung des nächtlichen Wasserlassens und anderer Symptome. Abschließend wurde diese Studie durch die hohen Abbruchraten der DMSO Gruppe unterbrochen, was weitere Untersuchungen bezüglich der Vorteile einer intravesikalen Therapie induziert. Diese Studie liefert zumindest zusätzliche Hinweise darauf, dass eine Behandlung mit Chondroitin Sulfat eine bessere Wahl für eine intravesikale Behandlung darstellt im Vergleich zu DMSO. Eine im September veröffentlichte Studie, von Cervigni et al., mit einer höheren Anzahl an Probanden und dem Vergleich der Wirksamkeit von Chondroitin Sulfat und DMSO zeigte auch hier eine stärkere Reduktion des Schmerzes und weniger Nebenwirkungen bei einer Behandlung mit Chondroitin Sulfat.

Quelle: Tutolo M, Ammirati E, Castagna G, Klockaerts K, Plancke H, Ost D, Van der Aa F, De Ridder D. A prospective randomized controlled multicentre trial comparing intravesical DMSO and chondroïtin sulphate 2% for painful bladder syndrome/interstitial cystitis. Int Braz J Urol. 2016 Nov 2. doi: 10.1590/S1677-5538.IBJU.2016.0302. [Epub ahead of print]

 

Operationstechniken bei IC funktionieren besser, wenn sie mit einer Hydrodistention kombiniert werden

In dieser Studie testeten Wissenschaftler eine Operationstechnik, die transurethale Resektion genannt wird (TUR), bei Patienten mit ulzerativen IC. Sie wollten herausfinden, ob diese Technik eine bessere Wirksamkeit zeigt, wenn sie mit einer Hydrodistention kombiniert wird. Die Hydrodistention beschreibt, dabei eine Technik bei welcher die Blase mit Wasser gefüllt wird. Die Studie umfasste dabei 44 Patienten bei denen kürzlich eine IC diagnostiziert wurde. 22 der Probanden erhielten dabei eine transurethale Resektion  ohne Hydrodistention und 22 Probanden eine transurethale Resektion kombiniert mit einer Hydrodistention. Beide Gruppen zeigten nach der Behandlung eine Reduktion des Schmerzes und eine allgemeine Verbesserung der Symptome, was darauf hinweist dass kein Unterschied zwischen den beiden Behandlungsmethoden besteht. Die kombinierte Behandlung zeigte jedoch zudem eine Erhöhung der Blasenkapazität und eine Verbesserung der Miktionsfrequenz. Dies zeigt, dass eine transurethale Resektion kombiniert mit einer Hydrodistention Vorzüge gegenüber einer alleinigen TUR hat bei Patienten mit einer ulzerativen IC.

Quelle:  Lee SW, Kim WB, Lee KW, Kim JM, Kim YH, Lee B, Kim JH. Transurethral Resection Alone Versus Resection Combined with Therapeutic Hydrodistention as Treatment for Ulcerative Interstitial Cystitis: Initial Experience with Propensity Score Matching Studies. Urology. 2016 Oct 5. pii: S0090-4295(16)30688-4. doi: 10.1016/j.urology.2016.09.038. [Epub ahead of print]

Zurückliegende Rückenoperationen stellen bei IC Patienten, welche eine Neuromodulation brauchen, keine Probleme dar

Patienten, die eine Rückenoperation in  der Vergangenheit hatten zeigen manchmal Harnwegsprobleme. Es besteht die Befürchtung, dass IC Patienten, welche eine Rückenoperation hatten Probleme bei einer Neuromodulation zeigen könnten. Die Neuromodulation stellt dabei eine Behandlungsmethode dar, welche ein direktes Implantat beinhaltet, dass eine veränderte Reizweiterleitung der Nerven induziert. Um diese Frage zu klären, charakterisierten und evaluierten Wissenschaftler 506 Patienten, von denen 106 eine Rückenoperation aufweisen. Diese 106 Patienten waren im Durchschnitt älter und zeigten eine  Drangharninkontinenz. Die Implantation für die Neurostimulation zeigte auch bei dieser Patientengruppe eine Wirksamkeit und hatte dieselben Auswirkungen auf das Symptomlevel der IC und die Lebensqualität im Vergleich zu der Gruppe, welche keine Rückenoperation im Vorfeld hatte. Die Patienten mit einer Rückenoperation zeigten zudem eine Verbesserung der Harndranginkontinenz nach einer Neuromodulation. Den einzigen Unterschied den die Wissenschaftler feststellen konnten war, dass keine signifikante Besserung des Harnvolumens vorliegt. Die meisten Patienten mit einer Neuromodulation zeigten dabei eine Verbesserung der Symptomatik im Allgemeinen. Basierend auf diesen Ergebnissen schlossen die Forscher, dass eine Neuromodulation eine angemessene Behandlungsmethode der IC darstellt unabhängig davon ob eine Rückenoperation im Vorfeld stattgefunden hat.

Quelle: Bartley JM, Killinger KA, Boura JA, Gupta P, Gaines N, Gilleran JP, Peters KM. The impact of prior back surgery on neuromodulation outcomes: A review of over 500 patients. Neurourol Urodyn. 2016 Sep 27. doi: 10.1002/nau.23140. [Epub ahead of print]

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Der Verein "ICA-Deutschland e. V." - gemeinnützige Gesellschaft und Förderverein Interstitielle Cystitis - wurde am 19.08.1993 gegründet. In Europa ist er der erste vergleichbare Verein und weltweit der zweite nach den USA.

Seit über 20 Jahren kämpft der Förderverein für Interstitielle Cystitis(ICA) für mehr Aufklärung und Information von Ärzten und Öffentlichkeit, initiierte zahlreiche Forschungsprojekte und konnte dazu beitragen, dass sich Diagnose- und Therapiemöglichkeiten deutlich verbesserten.

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