ICA Forschungsberichte

Hier haben wir Ihnen eine Übersicht von Arbeiten und Veröffentlichungen zusammengestellt. Die einzelnen Berichte sind den Kategorien Forschung & Entwicklung sowie Therapie & Diagnose zugeordnet und entsprechend gekennzeichnet.

Die Berichte sind so gruppiert, dass immer 5 Beiträge auf einer Seite angezeigt werden. Im unteren Teil der Seite können Sie die Titel der nächsten 5 Beiträge sehen und zu diesen weiterblättern.


 

Spinale Nervenzellen spielen möglicherweise eine Rolle bei der Entstehung des Schmerzes bei IC

Viszeraler Schmerz ist meistens eines der Symptome, dass IC Patienten am meisten belastet. Es gibt zurzeit nur wenige Erkenntnisse darüber was den viszeralen Schmerz bei IC verursacht, manche Forscher vermuten jedoch, dass bestimmte neuronale Prozesse an der Entstehung beteiligt sind. Kürzlich zeigten Wissenschaftler, dass Gliazellen, ein bestimmter Zelltyp des zentralen Nervensystems, vermutlich an Schmerzen die mit angegriffenen Nerven Fasern einhergehen beteiligt sind. Wenn diese Zellen aktiviert sind kommt es zu einer Produktion von entzündungsfördernden Faktoren und anderen Aktivitäten die möglicherweise an der Schmerzentstehung beteiligt sind. Dies bezüglich entschieden die Forscher die potentielle Rolle der Gliazellen in der Wirbelsäule bei der Entstehung von IC typischen Schmerzen zu evaluieren. Bei der Verwendung des Modelorganismus Ratte für IC,  war es den Forschern nicht möglich eine Aktivität der Microgliazellen nachzuweisen. Sie fanden jedoch eine Aktivität der Astrozyten innerhalb der Wirbelsäule der Ratten. Zudem fanden sie auch eine Erhöhung der entzündungsfördernden Substanz, IL-1β, und legten fest, dass nur die Astrozyten die Quelle des IL-1β sein konnten. Basierend auf diesen Resultaten schlussfolgerten die Forscher, dass das von Astrozyten ausgeschüttete IL-1β vermutlich eines der frühzeitigen Schlüsselereignisse ist, was zu einer neuralen Erregung führt und den Schmerz verursacht. Diese Resultate könnten Wissenschaftlern einen Anreiz geben die Inhibition der Astrozyten als mögliche Behandlungsmethode des Symptoms Schmerz zu untersuchen.

Quelle: Liu B, Su M, Tang S, Zhou X, Zhan H, Yang F, Li W, Li T, Xie J. Spinal astrocytic activation contributes to mechanical allodynia in a rat model of cyclophosphamide-induced cystitis. Mol Pain. 2016 Nov 15;12. pii: 1744806916674479. Print 2016

Thrombozytenreiche Plasma Instillationen supprimieren nicht IC verwandte Konditionen in Ratten

Obwohl eine kürzlich veröffentliche Studie zeigte, dass Thrombozytenreiche intravesikale Instillationen eine potentielle Behandlungsmethode der IC darstellen könnten, deuten nicht alle Hinweise in dieselbe Richtung. Thrombozytenreiches Plasma wird aus dem eigenen Blut gewonnen, indem es abgenommen und weiter verarbeitet wird, um ein Plasma reiches Extrakt zu isolieren. Dieses Extrakt wird im folgendem dem Körper wieder zugefügt. In einer kürzlich veröffentlichten Studie konnte bei Hasen gezeigt werden, dass die induzierten IC Symptome, wie Blutungen abnahmen und der mitotische Index stieg, was auf eine Regeneration des Gewebes schließen lässt. In dieser Studie konnte gezeigt werden, dass Ratten mit induzierter IC und zusätzlicher Thrombozytenreichen Plasma Injektion keine Verringerung der Schwellungen und Blutungen zeigten und dass auch die durch die IC verursachte Entzündung nicht supprimiert werden konnte. Diese Resultate unterstreichen die Wichtigkeit weitere Studien in Bezug auf Thrombozytenreiche Plasma Injektionen als Therapie Ansatz bei IC.

Quelle: Ozyuvali E, Yildirim ME, Yaman T, Kosem B, Cimentepe E. Protective Effect of Intravesical Platelet-Rich Plasma on Cyclophosphamide-Induced Hemorrhagic Cystitis. Clin Invest Med. 2016 Dec 1;39(6):27524.

Impulsartige Radiofrequenzen könnten zu einer Besserung führen wenn andere Behandlungsmethoden der IC nicht greifen

Diese Fall Studie beschäftigt sich mit einer 35 jährigen Frau, welche unter IC leidet. Sie erhielt eine nicht invasive Behandlung, bekannt als impulsartige Radiofrequenz (PRF), bei welcher mittels einer Nadel kurze Ladungsimpulse in Nerven gegeben werden. Im Detail wurde die Behandlung am Plexus hypogastricus superior, einem Netzwerk von Nerven des Abdomens appliziert. In den vorherigen sieben Jahren zeigte die Patientin Schmerzen im unteren Abdomen, Schmerzen in Nähe der Vulva über Nacht und veränderte Körperhaltung und andere Symptome, wie eine erhöhte Miktion und Dringlichkeit. Die Betroffene erhielt eine Vielfalt an Standardbehandlungen, wie Blasen Hydrodistention, intravesiklaes Chondroitin Sulfat und eine orale Medikation mit Pentosan Polysulfat und Gabapentin. Diese Behandlungen führten jedoch nicht zu einer Verringerung der Symptome. Durch diese Umstände entschieden die behandelnden Ärzte der Betroffenen eine Blockierung des Plexus Hypogastricus superior durch Narkose durchzuführen, was zu einer zeitlich begrenzten  Schmerz Reduktion führte. Durch diese erfolgreiche Behandlung erhielt die Patientin im die folgendem eine Behandlung des Plexus Hypogastricus superior mittels PRF, welche nach sechs Monaten wiederholt wurde. Diese Art der Behandlung erscheint dabei erfolgreich zu sein, da eine Reduktion des Schmerzes und der Symptome für zwei Jahre und sechs Monate erzielt werden konnte. Basierend auf dieser Fallstudie schlossen die Forscher, dass die RPF Behandlung zu einer Langzeit Besserung der Symptome führen kann wenn Standard Behandlungen keine Besserung der Symptome erzielen.  Es ist wichtig zu erwähnen, dass diese Fallstudie rein experimentell ist und weitere Studien nötig sind um die Sicherheit und Effektivität dieser Behandlung zu verifizieren.

Quelle: Kim JH, Kim E, Kim BI. Pulsed radiofrequency treatment of the superior hypogastric plexus in an interstitial cystitis patient with chronic pain and symptoms refractory to oral and intravesical medications and bladder hydrodistension: A case report. Medicine (Baltimore). 2016 Dec;95(49):e5549.

Eine Studie an Model Organismen zeigt, dass eine Inhibition des ICAM-1 eine Reduktion der Entzündung induzieren kann

Eine Blasenentzündung ist eins der typischen Symptome der IC. In dieser Studie untersuchten Wissenschaftler das Intrazellulare Adhäsion Molekül 1 (ICAM-1), ein Protein welches entzündungsfördernde Eigenschaften besitzen soll. Vorherige Studien zeigten, dass ICAM-1 eine erhöhte Intensität bei IC Patienten zeigt und dies mit dem Grad einer Blasenentzündung korreliert. Um die Rolle des ICAM-1 genauer zu untersuchen nutzten die Forscher Ratten als Modell Organismus und induzierten bei den Versuchstieren eine abakterielle Zystitis, welcher einer IC ähnelt. Die Ratten wurden im folgendem mit einem ICAM-1 Antikörper, Celecoxib oder Aprepitant behandelt. Dabei stellte sich heraus, dass ICAM-1 Antikörper zu einer signifikanten Reduktion der Entzündung führt und die Zahl der Mastzellen ebenfalls reduziert ist. Zudem war der Effekt von ICAM-1Antikörpern in Bezug auf die Entzündung besser als der der beiden anderen Medikamente. Basierend auf diesen Ergebnissen schlossen die Forscher, dass ICAM-1 eine große Rolle bei Blasenentzündungen spielt und in Zukunft Medikamente die ICAM-1 inhibieren eine Rolle bei der Behandlung von IC spielen können.

Quelle: Zhang X, He H, Lu G, Xu T, Qin L, Wang X, Jin X, Liu B, Zhao Z, Shen Z, Shao Y. Specific inhibition of ICAM-1 effectively reduces bladder inflammation in a rat model of severe non-bacterial cystitis. Sci Rep. 2016 Oct 26;6:35672. doi: 10.1038/srep35672.

Medikamente die mTOR blockieren könnten Schmerzen  und Blasenhyperaktivität bei einer IC reduzieren

Mammalian target of rapamycin (mTOR) ist ein Enzym, welches möglicherweise bei der Transmission und Modulation von Schmerzen mitwirkt. Da Schmerzen ein Kennzeichen der IC sind, wollten Forscher herausfinden, inwiefern mTOR eine Beziehung zu dieser Erkrankung hat. Um dies herauszufinden wurde Ratten mit einer Antibakteriellen Blasenentzündung Rapamycin verabreicht. Durch die Blockierung von mTOR konnten dabei einer Reduktion des Schmerzes als auch der Blasen Hyperaktivität im Model Organismus induziert werden. Sie verabreichten zudem ein Medikament, welches PI3K  inhibiert, welches ebenfalls am mTOR signalweg beteiligt ist, und auch durch die Blockade dieses Enzyms konnte eine r Reduktion des Schmerzes und der Blasenhyperaktivität beobachtet werden. Hier konnte zum ersten Mal gezeigt werden, dass eine gezielte Inhibition dieser Enzyme im Tiermodell zu Erfolgen führt, was in Zukunft eine Entwicklung von Medikamenten nach sich ziehen könnte die auch bei IC angewendet werden könnten.

Quelle: Liang S, Li J, Gou X, Chen D. Blocking mammalian target of rapamycin alleviates bladder hyperactivity and pain in rats with cystitis. Mol Pain. 2016 Oct 25;12. pii: 1744806916668868. Print 2016.

  • Literatur

    An dieser Stelle geben wir Ihnen Buch- und andere Literaturtipps zum Thema IC und Vulvodynie.

     

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  • Behandlungsmethoden

    Erhalten Sie eine kleine Übersicht über den aktuellen Stand zur Behandlung der IC

     

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  • Ernährungsratgeber

    Mit unserem Ernährungsratgeber zeigen wir Ihnen, wie Ihnen eine Ernährungsumstellung helfen kann.

     

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  • Informationsvideo

    mit der freundlichen Genehmigung von Prof. Ueda können wir Ihnen hier das Video einer Blasenspiegelung bei Interstitieller Cystitis zeigen.

     

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über uns

Der Verein "ICA-Deutschland e. V." - gemeinnützige Gesellschaft und Förderverein Interstitielle Cystitis - wurde am 19.08.1993 gegründet. In Europa ist er der erste vergleichbare Verein und weltweit der zweite nach den USA.

Seit über 20 Jahren kämpft der Förderverein für Interstitielle Cystitis(ICA) für mehr Aufklärung und Information von Ärzten und Öffentlichkeit, initiierte zahlreiche Forschungsprojekte und konnte dazu beitragen, dass sich Diagnose- und Therapiemöglichkeiten deutlich verbesserten.

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