Fragen und Antworten

Ernährungsberatung

Auf dieser Seite haben wir Ihnen eine Zusammenstellung der häufigsten Fragen aus der monatlichen Fragestunde zusammengestellt und versuchen diese verständlich zu beantworten.


Welche Kohlenhydrate sind für meine Ernährung wichtig?

Langkettige Kohlenhydrate bestehen aus miteinander verknüpften einzelnen Einfachzuckern. Der Körper wandelt diese Kohlenhydrate langsam in Einfachzucker um, die dann die eigentliche Energie liefern. Dadurch wird der Blutzuckerspiegel eher konstant gehalten, was auch Heißhungerattacken vorbeugt. Langkettige Kohlenhydrate sind zum Beispiel in Kartoffeln, Reis, Nudeln und Brot enthalten. Kurzkettige Kohlenhydrate bestehen ebenfalls aus verknüpften Einfachzuckern. Der Körper kann diese jedoch schneller in Einfachzucker umwandeln, was zu einem schnelleren Anstieg des Blutzuckerspiegels führt. Zu diesen gehören Süßigkeiten, Weißmehlprodukte, und viele Fertigprodukte. Da der Körper durch einen höheren Blutzuckerspiegel Insulin ausschüttet, wird der Zucker schnell in die Zellen aufgenommen, was wiederrum den Blutzuckerspiegel fallen lässt. Diese Schwankungen im Blutzuckerspiegel können dann zu Hungerattacken führen. Es ist also besser langkettige Kohlenhydrate zu bevorzugen, um einen konstanten Blutzuckerspiegel zu gewährleisten. Zudem enthalten Lebensmittel mit langkettigen Kohlenhydraten meistens mehr Mineral- und Vitalstoffe, da sie weniger verarbeitet sind.

Warum sind Omega-3-Fettsäuren wichtig für meine Ernährung?

Omega-3-Fettsäuren sind essentiell, d.h. der Körper kann sie nicht selber herstellen. Man unterscheidet in diesem Zusammenhang drei verschiedene Arten von Omega-3-Fettsäuren, die ALA (alpha-Linolensäure),  EPA (Eicosapentaensäure) und DHA (Docosahexaensäure). ALA ist dabei in pflanzlichen Produkten, wie Walnüssen, Raps, Lein usw. enthalten. EPA und DHA findet man in fettreichen Kaltwasserfischen wie Thunfisch (frisch, im eigenen Saft oder in Ölivenöl), Markrele, Hering, Lachs und Sardine. Dabei sollten frische Fische bevorzugt werden, da geräucherte Produkte meistens bei einer IC nicht gut verträglich sind. Omega-3-Fettsäuren wirken sich dabei positiv auf die Blutfettwerte aus, d.h. sie beugen durch die Senkung der Blutfette Arteriosklerose vor. Außerdem konnte bewiesen werden, dass der Blutdruck durch EPA und DHA gesenkt werden kann, was wiederum dem Herz-Kreislauf-System zugutekommt. Es konnte auch nachgewiesen werden, dass sie eine Durchblutungsfördernde Wirkung besitzen. Dies ist auch wichtig bei einer IC, da hier häufig Durchblutungsstörungen der Blase und des Beckenbereiches beobachtet werden können. Eine weitere positive Eigenschaft ist, dass Omega-3-Fettsäuren einen positiven Einfluss auf chronische Erkrankungen haben. Da sowohl die IC als auch eine Reihe der möglichen Begleiterkrankungen zu den chronischen Erkrankungen zählen, ist es somit sinnvoll eine Omega-3 reiche Ernährung anzustreben. Zudem fördert eine Omega-3 reiche Ernährung das Wohlbefinden und die geistige Leistungsfähigkeit.

Ist  Wasser mit Kohlensäure schädlich für meinen Körper?

Diese Frage kann nicht pauschal mit Ja oder Nein beantwortet werden. Die Kohlensäure muss jedoch in jedem Fall vom Körper verarbeitet werden. Man muss in diesem Zusammenhang auch das im Wasser gelöste Kohlendioxid von dem im Wasser enthaltenen Hydrogencarbonat unterscheiden. Das Prickeln des kohlensäurehaltigen Wassers ist auf das Kohlendioxid zurück zu führen. Grundsätzlich sind kohlensäurehaltige Wasser nicht gesundheitsschädlich. Der Konsum sollte jedoch den individuellen Bedürfnissen angepasst sein, da ein hoher Konsum von kohlensäurehaltigem Wasser zu Aufstoßen, Blähungen und Völlegefühl führen kann. Auch Personen mit Magen-Darm-Beschwerden sollten eher stilles Wasser bevorzugen,  um einer zusätzlichen Reizung entgegenzuwirken. Auch die Flüssigkeitsmenge die jeden Tag aufgenommen werden sollte, kann leichter mit Wasser eingehalten werden, welches nicht mit Kohlensäure versetzt ist. Kohlensäurehaltige Lebensmittel wirken jedoch nicht sauer auf den Körper, sie wirken neutral. Ein hydrogencarbonathaltiges Mineral- oder Heilwasser kann sogar eine basische Wirkung zeigen, da Säuren neutralisiert werden. Die Auswahl ist also im Endeffekt vom persönlichen Empfinden und Geschmack abhängig.

Welche Teesorten kann ich trotz IC bei einer Gastritis verwenden?

Frisch zubereiteter Tee aus Süßholzwurzel hemmt Entzündungen und kann die veränderte Schleimhautzusammensetzung normalisieren. Auch Kamillenblüten und Scharfgabenkraut und –blüten können bei einer Gastritis helfen. Beide haben dabei eine entzündungshemmende und krampflösende Wirkung. Ingwer eignet sich bei einer Gastritis dazu möglicherweise vorhandene Übelkeit zu lindern und schützt darüber hinaus die Magenschleimhaut. Auch Angelikawurzelextrakte können einem verkrampften Magen-Darm-Trakt entgegen wirken. Außerdem kann Angelikawurzel die Magensäureproduktion normalisieren, was die reizende Wirkung der Magensäure bei einer Gastritis mindern kann. Wichtig ist, dass bei einer zusätzlichen Histaminintoleranz frische Kräuterzubereitungen verwendet werden. Falls dies nicht möglich ist, sollte die Ziehzeit des Tees möglichst kurz gehalten werden, um den Histamingehalt des Getränks gering zu halten.

Was ist eine basische Ernährung und warum sollte ich diese bei einer IC bevorzugen?

Bei einer basischen Ernährung werden Lebensmittel, welche basisch verstoffwechselt werden bevorzugt und Säurebildende Lebensmittel werden gemieden. Dadurch wird eine Übersäuerung des Körpers verhindert und eine bestehende Übersäuerung wird abgebaut. Der Säure-Basenhaushalt wird somit unterstützt und im Gleichgewicht gehalten. Zu den sauren Lebensmitteln zählen vor allem industriell hergestellte, stark verarbeitete Lebensmittel, welche viele Zusatzstoffe enthalten. Bei einer IC ist es wichtig für eine ausreichende Versorgung des Körpers mit Mineralstoffen und Vitaminen zu sorgen, um alle Stoffwechselvorgänge zu unterstützten. Dazu gehört auch die Regenration von Geweben, vor allem die der Blase und anderer Schleimhäute. Liegt eine Ernährungsfrom vor, welche größtenteils aus säurebildenden Nahrungsmittel besteht, ist der Körper dazu gezwungen diese Säuren mit Mineralstoffen zu neutralisieren. Diese Mineralstoffe fehlen dann in den einzelnen Geweben des Körpers und können dort nicht mehr ihre Wirkung entfalten. Dies führt im Folgenden zu Mangelzuständen, die die Symptome einer IC verschlimmern können. Bei einer IC ist es also ratsam eine basische Ernährungsweise anzustreben, um eine ausreichende Zufuhr mit Vitaminen und Mineralstoffen zu gewährleisten.

Ist es ratsam bei einer IC eine vegane Ernährungsform zu wählen?

Da bei einer IC der Nährstoffbedarf des Körpers durch die Erkrankung erhöht ist, ist von einer rein veganen Ernährung abzuraten. Vor allem das Vitamin B12 ist bei dieser Ernährungsform in zu geringem Maß vorhanden. Dieses Vitamin ist aber äußerst wichtig um die Integrität der Blasenschleimhaut zu gewährleisten. Vorsicht ist hier bei pflanzlichen Ernährungsergänzungspräparaten geboten, da pflanzliches Vitamin B12 nicht vom menschlichen Körper verwertet werden kann. Dies gilt auch für Mineralstoffe, da diese zwar in einem ausreichenden Maß in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten sind, aber durch Komplexbildung nicht für den Körper zugänglich sind. Wenn diese Ernährungsform dennoch praktiziert werden soll, sollte bei einer IC Erkrankung, der Mineralstoffstatus sowie der Vitaminstatus in regelmäßigen Abständen durch den Arzt überprüft werden, da Mangelzustände die Symptomatik der IC verstärken können.

Welche Teesorten eigenen sich am besten bei einer IC?

Die Auswahl des Tees bei einer IC ist stark von der frische des Tees abhängig. Tee aus frischen Wurzeln, Blättern und Blüten ist zu bevorzugen, da diese Sorten den geringsten Teil an Histamin aufweisen. Je nachdem, welche Wirkung der Tee haben soll, sind entsprechende Pflanzen zu wählen. Bei Teesorten, welche die Blase unterstützen sollen würde sich beispielsweise Birkenblätter und Rinde anbieten. Auch die Wurzel der Quecke oder Petersilie haben einen positiven Einfluss auf unspezifische Harnwegsinfekte.

Kann ich bei einer IC und einer Histamin Unverträglichkeit auch Lebensmittel essen, die eigentlich bei einer Histamin armen Ernährung gemieden werden sollten?

Grundsätzlich sollten Lebensmittel, die Histamin enthalten, Histamin freisetzen oder Histamin abbauende Enzyme hemmen gemieden werden, da dadurch die Symptomatik verschlimmert werden kann. Bei der IC spielt Histamin wahrscheinlich eine entscheidende Rolle, da es sich um eine neurogene Entzündung handeln kann. Um eine zuverlässige Aussage bezüglich einer Histamin Unverträglichkeit treffen zu können ist es wichtig den Histamin Gehalt im Stuhl zu bestimmen, da  der Histamin Abbau vorwiegend im Darm durch die Diaminooxidase katalysiert wird. Liegt zu viel Histamin im Darm vor, durch eine Störung des Gleichgewichtes, kommt es zur Schädigungen der Darmschleimhaut und es können weitere Nahrungsunverträglichkeiten durch die erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut induziert werden.
Auch eine Fehlbesiedlung des Darms mit Bakterien, die Histamin produzieren, kann zu einer Verstärkung der Symptome führen. Diese Dysbiose wird dabei durch die häufige Einnahme von Antibiotika unterstützt, da Antibiotika nicht nur die Bakterien angreifen, welche an der Infektion beteiligt sind sondern auch jene die für eine gesunde Darmflora zuständig sind.
Die Reaktion des Körpers ist bei einer Histamin Unverträglichkeit von der Dosis des Histamins abhängig.

Kann Roundup/Glyphosat die Symptome einer IC verschlimmern?

Glyphosat ist eines der meist verwendeten Unkrautvernichtungsmittel der Welt. Es wird vielfältig in nahezu allen konventionell arbeitenden Betrieben eingesetzt. Es dient dabei zum einen dem Entfernen von Unkraut auf Feldern, bevor sie bestellt werden und zum anderen einer schnelleren Abreifung von Getreidesorten vor der Ernte. Durch die häufige Benutzung ist dieses Herbizid ubiquitär anzutreffen. Neuste Analysen zeigten dabei, dass in vielen Lebensmitteln Rückstände zu finden sind.

Glyphosat greift dabei in den Proteinstoffwechsel der Pflanze ein indem es ein Enzym blockiert, welches für die Synthese der aromatischen Aminosäuren Tryptophan, Phenylalanin und Tyrosin beteiligt ist.  Diese Aminosäuren sind essentiell für Menschen und Tiere, da diese kein Enzym besitzen, welches die Synthese katalysieren kann. Da dieser Proteinstoffwechselweg auch bei unzähligen Mikroorganismen, wie Bakterien Pilzen und Protozoen vorhanden ist, werden auch diese in ihrem Stoffwechsel eingeschränkt.

Glyphosat wird bei Menschen und Tieren zum größten Teil über den Darm unverändert ausgeschieden, wobei ca. 30% des Glyphosates vom Darmresorbiert und über die Nieren wieder ausgeschieden werden. Da auf allen Schleimhäuten auch Bakterien und teilweise Pilze anzutreffen sind, vor allem im Darm und neusten Studien zur Folge auch in der Blase, kann es möglich sein, dass es durch Glyphosat zu einer Änderung des Mikrobioms kommen kann. Dies kann im Folgenden Auswirkungen auf die Integrität der Schleimhäute haben und gegeben falls zu einer Reaktion des Körpers führen, welche  sich auch auf die Symptome der IC auswirken kann. Da es wissenschaftlich noch nicht abschließend bewiesen  ist, ob es eine Auswirkung auf das Mikrobiom hat sollten IC Patienten darauf achten Lebensmittel zu konsumieren, welche nicht mit Glyphosat belastet sind. Zu diesen gehören vor allem diejenigen, welche nicht in konventionell arbeitenden Betrieben hergestellt werden.

Ich lasse das Abendessen weg, weil ich dann besser schlafen kann und nachts kein Sodbrennen bekomme. Ist das für meinen Organismus in Ordnung  oder schadet ihm das?

Solange der Grund- und Leistungsbedarf durch diese zwei Mahlzeiten abgedeckt ist und das persönliche Empfinden ohne eine ungewollte Gewichtsreduktion besser wird, ist nichts gegen diese Form der Ernährung einzuwenden. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass es nicht zu einer Mangelernährung kommt. Das heißt, dass die beiden verbliebenen Mahlzeiten, sehr ausgewogen und abwechslungsreich sein sollten. Grundsätzlich ist diese Form der Ernährung nicht jedem zu empfehlen, da die größeren Mengen an zwei Zeitpunkten des Tages auch eine Belastung für das Verdauungssystem darstellen könnten. Falls es abends zu Hungergefühl kommen sollte, kann dieses auch durch leichte Kost gemindert werden, indem beispielsweise ein Möhrensaft oder andere Gemüsesäfte getrunken werden. Diese können den Magen und Darmtrakt schnell passieren und der Magen benötigt nicht so viel Magensäure um den Speisebrei vor zu verdauen. Eine Unterstützung für eine schnellere Verdauung stellen Brennnessel- und Löwenzahntee dar, da beide eine fördernde Wirkung auf die Produktion der Verdauungssäfte besitzen.

  • Literatur

    An dieser Stelle geben wir Ihnen Buch- und andere Literaturtipps zum Thema IC und Vulvodynie.

     

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  • Behandlungsmethoden

    Erhalten Sie eine kleine Übersicht über den aktuellen Stand zur Behandlung der IC

     

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  • Ernährungsratgeber

    Mit unserem Ernährungsratgeber zeigen wir Ihnen, wie Ihnen eine Ernährungsumstellung helfen kann.

     

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  • Informationsvideo

    mit der freundlichen Genehmigung von Prof. Ueda können wir Ihnen hier das Video einer Blasenspiegelung bei Interstitieller Cystitis zeigen.

     

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über uns

Der Verein "ICA-Deutschland e. V." - gemeinnützige Gesellschaft und Förderverein Interstitielle Cystitis - wurde am 19.08.1993 gegründet. In Europa ist er der erste vergleichbare Verein und weltweit der zweite nach den USA.

Seit über 20 Jahren kämpft der Förderverein für Interstitielle Cystitis(ICA) für mehr Aufklärung und Information von Ärzten und Öffentlichkeit, initiierte zahlreiche Forschungsprojekte und konnte dazu beitragen, dass sich Diagnose- und Therapiemöglichkeiten deutlich verbesserten.

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