Ich erzähle mal ein wenig über mich.

Ein Bericht von Anita B.

Ich bin heute 58 Jahre alt, habe hochgradige IC und an manchen Tagen große Schwierigkeiten den Alltag zu meistern. Ich war jahrzehntelang in urologischer Behandlung, jedoch ohne wirkliche Veränderung. Als vor 5 Jahren mein Arzt ganz plötzlich mit 62 Jahren verstorben ist, habe ich mir auch keinen neuen Arzt gesucht, weil ich inzwischen glaube, dss die Ursache für die Krankheit nicht auf der körperlichen Ebene zu finden ist. Wir können vielleicht die Symptome etwas lindern, aber wir bekommen das Problem auf diese Weise nicht in den Griff. Ich glaube mittlerweile, dass IC (wie übrigens viele Krankheiten) eine ihre Ursachen im mentalen Bereich haben. Wir kommen alle mit den gleichen Voraussetzungen auf die Welt (von einigen Ausnahmen vielleicht abgesehen) und jeder von uns „bearbeitet“ diesen Körper auf seine Weise, durch Gedanken und Gefühle und Einstellungen zum Leben! Der Körper reagiert auf all diese inneren Geschehnisse. Eigentlich logisch, oder? Kurz gesagt, wir rebellieren gegen das Leben, stellen uns ihm in den Weg, wollen dies und das nicht akzeptieren, und wundern uns bei all diesem Widerstand, dass das Leben zurückschlägt.

Wir sollten uns mal überlegen, wie wir selbst von innen heraus auf die Dinge im Leben reagieren. Ich arbeite in dieser Hinsicht an mir selbst, denn ich weiß, dass auch ich meine „Baustellen“ habe. Natürlich fällt es uns Menschen schwer, Überzeugungen zu ändern, Gewohnheiten loszulassen, uns ganz anders zu programmieren. Das geht mir genauso. Trotzdem halte ich den Weg für erfolgversprechend. Therapeuten können vielleicht etwas Hilfestellung geben, gehen muss jeder diesen Weg aber selbst.

Als körperlichunterstützende Maßnahme trinke ich nur noch warmes Wasser. Das reizt die Blase am wenigstens. Ab und zu nehme ich mal eine Kapsel D-Mannose aus dem Drogeriemarkt. Was mir Probleme macht, ist, viel zu trinken. Wenn ich viel trinke, was Blasenpatienten empfohlen wird, mag ich das Haus nicht mehr verlassen. Trinke ich aber wenig, konzentriert sich der Urin und das gibt Schmerzen. Es ist also immer ein Spagat aus dem einen und dem anderen.

Ich weiß nicht, wie die Zukunft mit IC für mich aussieht, aber wenn ich mich mit meiner Schwester vergleiche, die das Leben etwas leichter und entspannter nimmt als ich, die auch mal über Pannen und Ärgernisse hinwegsehen kann und achselzuckend meint: „Naja, was soll’s, ist halt so,“ dann glaube ich schon, dass ich etwas davon lernen kann. Ich mache mir selbst viel Druck, meine immer perfekt sein zu müssen, und ich kann mit Druck von außen nicht umgehen. Was das Bewusstsein nicht verarbeiten kann, tobt sich im Körper aus. Eigentlich verständlich, dass sich der Druck im Bewusstsein als Druck in der Blase zeigt. Also muss am Bewusstsein gearbeitet werden, was natürlich leichter gesagt ist als getan.

Ich hoffe bald auf einen schnellen Internetanschluss, damit ich im nächsten Jahr den ICA besuchen kann. Alles Liebe und viele Grüße aus Nordhorn
Ihre Anita B.

 

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über uns

Der Verein "ICA-Deutschland e. V." - gemeinnützige Gesellschaft und Förderverein Interstitielle Cystitis - wurde am 19.08.1993 gegründet. In Europa ist er der erste vergleichbare Verein und weltweit der zweite nach den USA.

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